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Helfer in der Not – unbürokratische Unterstützung nach der Flut

Zerstörte Produktionsstätten, verschrotteter Fuhrpark, vernichtete Ware: Die Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat auch Unternehmen hart getroffen. Mit ihrem großen Schadenregulierungsteam unterstützt die Gothaer ihren Vertrieb und Versicherte vor Ort.

Lesedauer: 10 Minuten
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enn es noch eines Beweises bedurfte, dass aufgrund des Klimawandels Extremwetterereignisse noch extremer werden – Unwetter Bernd hat ihn geliefert. Im Westen Deutschlands brachte das Tief am 14. Juli über Nacht nicht nur Wassermassen, sondern auch Leid mit sich. Ganze Dörfer wurden Mitte Juli in Eifel und Ahrtal überspült, Menschen ertranken in den eigenen Häusern, zahlreiche Angehörige suchten über Tage nach Vermissten. Inmitten dieser Schicksale: unzählige Sachschäden. Familien, die alles verloren haben. Selbst Felder sind noch Wochen später so sehr mit Schutt bedeckt, dass es Landwirten unmöglich sein wird, sie abzuernten. Ein weiteres Problem, das auch langfristige Folgen haben kann: Die Kontamination durch Öl und Chemikalien im Wasser ist bislang noch unklar.

Mehr Großschäden als jemals zuvor

Um schnell und effizient zu helfen, führte die Gothaer eine Vielzahl von Maßnahmen zur schnellen Hilfe ein. Unter anderem wurden alle Schadenregulierinnen und -regulierer aus ganz Deutschland im Krisengebiet zusammengezogen, um möglichst schnell vor Ort zu unterstützen. Für Maklerinnen und Makler wurde das Meldeverfahren vereinfacht, indem Schadenmeldungen unbürokratisch übermittelt werden konnten. Zudem war und ist das Gothaer Schaden-Service-Center rund um die Uhr erreichbar. Das Schadenregulierungsteam wurde mit umfassenden Regulierungsvollmachten und der Möglichkeit, gegebenenfalls Vorschusszahlungen zu leisten, ausgestattet. Schnell stand fest: Es handelt sich um die verheerendste Naturkatastrophe aller Zeiten in Deutschland. Einer Umfrage unter deutschen Versicherern und Rückversicherern zufolge liegt die Höhe der durch Bernd verursachten versicherten Schäden bereits jetzt bei rund 8,2 Milliarden Euro.

„Wir gehen aktuell von rund 400 Großschäden mit einer Gesamtsumme von 1,3 Milliarden Euro aus.“ Jörg Amussen, GDV-Hauptgeschäftsführer
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Ein Grund dafür sind die Großschäden, die in den betroffenen Gebieten verursacht wurden. Darunter versteht der GDV Schäden ab einer Million Euro bei einem einzelnen Versicherten. „Wir gehen aktuell von rund 400 Großschäden mit einer Gesamtsumme von 1,3 Milliarden Euro aus“, sagt Jörg Asmussen, GDV-Hauptgeschäftsführer. „Das sind viermal so viele wie beim Hochwasser 2002 an Elbe und Donau.“ Einen dieser Großschäden hat die Umbach GmbH in Eschweiler zu beklagen.

Mehr als 2.000 Einsatzkräfte waren täglich vor Ort.
Menschen schützen sich mit Sandsäcken gegen das Wasser.

Das Unternehmen mit rund 160 Beschäftigten produziert und handelt mit Verpackungen. Ob zweiwellige Faltschachteln, Luftpolsterfolien oder mit eigenem Logo bedrucktes Klebeband: Wer Verpackungsmaterial sucht, wird bei Umbach fündig. Normalerweise. Als das Hochwasser kam, erwischte es neben dem Verwaltungsgebäude auch das Hauptlager, über 80 Tonnen Rohmaterial waren verloren. „Corona hatte schon vor dem Unwetter für Lieferengpässe an allen Ecken und Enden gesorgt. Und dann kam Bernd“, so Inhaber Martin Umbach.

Kein Betriebsausfall – auch dank der Hilfe der Gothaer

Am 14. Juli trat die Inde, ein Nebenfluss der Rur in der Eifel, über die Ufer. Zwischenzeitlich lag der Pegel rund vier Meter über dem Normalstand. „Da haben wir dann auch endlich verstanden, warum unsere Straße ‚An der Wasserwiese‘ heißt“, lacht Umbach, der sich seinen rheinischen Optimismus bewahrt hat. Jetzt sitzt er in seinem aktuellen Büro, einem umfunktionierten Baucontainer. Das eigentliche Verwaltungshaus muss aufwendig saniert werden. „Das wird bestimmt noch fünf oder sechs Monate so gehen“, sagt Umbach. Beschweren mag sich der Ur-Eschweiler dennoch nicht. „Da hat es andere bestimmt noch schlimmer erwischt – die Fernsehbilder aus dem Ahrtal vergisst man so schnell nicht. Unsere eigene Produktion war zum Glück nicht direkt betroffen. Bei uns stand der Betrieb keinen Tag still – auch dank der Gothaer.“

Das Lager der Firma Umbach in Eschweiler stand unter Wasser. 80 Tonnen Material waren verloren.

In Umbachs Unternehmerpolice ist auch Schutz bei Betriebsunterbrechungen enthalten – der jetzt für die Ersatzräumlichkeiten im Containerformat leistet. Was aber noch wichtiger ist: Ohne die ebenfalls eingeschlossene Absicherung gegen Elementargefahren wäre das Unternehmen im Falle von Tief Bernd völlig leer ausgegangen – was wiederum auch den betreuenden Vermittler arg in die Bredouille hätte bringen können. Denn: Die korrekte Beratung ist nicht nur Kundenservice und ein Instrument der Kundenbindung, sondern gerade auch in Bezug auf die Maklerhaftung ein sehr wichtiges Thema. Wenn Opfer der Flutkatastrophe keine Elementarschadenversicherung haben, können sie ihre Versicherungsvermittlerin oder ihren Versicherungsvermittler unter Umständen in Haftung nehmen. Maklerinnen und Makler müssen Deckungsrisiken finden und dazu entsprechend beraten. Lehnt die Kundin oder der Kunde die aus Sicht der Beraterin oder des Beraters nötige Absicherung ab, sollten diese die Kundenentscheidung lückenlos dokumentieren und vom Versicherten bestätigen lassen.

Keine Kündigungen wegen Bernd

Überhaupt zeigt sich Umbach zufrieden mit der Abwicklung seitens seiner Versicherung: „Hier schlug sofort ein ganzes Schadenregulierungsteam auf und hat den ganzen Schlamassel genau begutachtet und die zu erwartenden Schäden und Reparaturen erfasst.“ Und auch finanziell ging’s schnell: „Es hat nur zwei Tage gedauert und wir haben einen mittleren sechsstelligen Betrag als Vorabzahlung erhalten.“

Ein Grund für die schnelle und unbürokratische Hilfe liegt laut Gothaer Vertriebsvorstand Oliver Brüß in den erhöhten Regulierungsvollmachten für die Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner vor Ort. Darüber hinaus hat die Gothaer eine spezielle Taskforce eingerichtet, die sich täglich trifft und weitere Maßnahmen koordiniert. „Als Versicherer nutzen wir darüber hinaus alle Möglichkeiten, um zu helfen. So bieten wir auch allen, die als Freiwillige unseren Kundinnen und Kunden im Krisengebiet helfen, einen kostenlosen Unfallschutz an, mit dem sie bei ihrer teilweise auch gefährlichen Arbeit in den am stärksten betroffenen Gebieten abgesichert sind“, erklärt Thomas Bischof, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine AG.

„Dieses Ausmaß an Zerstörung habe ich noch nicht erlebt.“

Er hat die Schäden für die Gothaer vor Ort reguliert. Im Interview spricht Klaus Schröder über seine Eindrücke.

Lesedauer: 5 Minuten

e-GoNews: Für den einzelnen Versicherten sind Schäden immer einschneidende Erlebnisse, für Sie sind sie alltäglicher Job. Also normalerweise …
Klaus Schröder: Schäden sind gleichzeitig immer mit persönlichem Leid verbunden, das geht auch ‚normalerweise‘ nicht spurlos an einem vorbei. Mein Job ist natürlich dennoch, die Situation und entstandene Schäden sachlich zu bewerten und danach meine Entscheidungen zu treffen. Was bei den Bernd-Schäden anders ist als sonst, ist die schiere Dimension und Zahl der Schäden. Dieses Ausmaß an Zerstörung habe ich noch nicht erlebt.

e-GoNews: Wie kommen die Betroffenen mit der Situation zurecht?
Schröder: Die meisten tragen ihr Schicksal mit großer Fassung und setzen großes Vertrauen in uns als Regulierer und ihre Beraterinnen und Berater vor Ort. Insgesamt höre ich hier oft, wie zufrieden viele Versicherte mit ihren Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern sind, da machen die Menschen aus dem Vertrieb derzeit einen wirklich guten Job.

Zur Person

... Klaus Schröder, ursprünglich selbst Handwerker, ist einer der Schadenregulierer, die die Gothaer nach der Flutkatastrophe in die am stärksten betroffenen Gebiete entsandt hatte.

e-GoNews: Und wie schätzen Sie die Lage vor Ort in den ‚Krisengebieten‘ ein?
Schröder: Auch hier macht die große Solidarität unter den Menschen Hoffnung. Der Zusammenhalt ist spürbar. So treffen sich Anwohnerinnen, Anwohner und Helfende zur Mittagszeit an zentralen Plätzen. Darunter auch Fremde, die extra zur Unterstützung bei den Aufräumarbeiten angereist kommen. Die Menschen dort tragen ihr Schicksal mit großer Fassung.

e-GoNews: Worauf kommt es bei Ihrem Job jetzt vor allem an?
Schröder: Die Versicherten sowie unabhängige Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner erwarten und verdienen schnelle und unkomplizierte Hilfe. Gleichzeitig muss ein Versicherer auch in dieser Situation sorgfältig arbeiten und unterscheiden können, welche Schäden wirklich zu erstatten sind und welche nicht, um so die Kosten fürs Kollektiv auf einem gerechten Level zu halten.

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