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Garantien vs. Rendite: Experten fordern mehr Risiko bei der bAV

Auch in der betrieblichen Altersversorgung gilt zunehmend: Garantien gehen zulasten der Rendite. Auf der anderen Seite sind viele  Unternehmen zu einer bAV nur mit Garantien bereit. Gibt es Wege aus diesem Dilemma?

Lesedauer: 10 Minuten
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s gehört zu den banalen und gleichzeitig schmerzhaften Wahrheiten unserer Zeit: Die anhaltende Niedrigzinsphase belastet die Altersvorsorge – und auch die betriebliche Altersversorgung. Ein zentrales Problem: Garantien kosten Geld und sorgen im derzeitigen Umfeld für niedrigere Renditen. Und: Sie bringen bei langen Anlagezeiträumen häufig nur geringen Nutzen. Stattdessen erhöhen fest zugesagte Garantien über die gesamte Laufzeit die Kosten teils deutlich. Man könnte auch sagen: Beitragserhalt verringert den Werterhalt.

Gerade bei kurzlaufenden Verträgen besteht dann die Gefahr, dass durch die „sturmfeste Anlage“ das Überschusspotenzial so weit reduziert wird, dass – wenn es schlecht läuft – am Ende nur eine Leistung in Höhe der eingezahlten Beiträge übrig bleiben kann. Selbst bei moderaten Inflationswerten liegt die Leistung dann kaufkraftbereinigt womöglich unter dem Wert der eingezahlten Beiträge.

Experten fordern mehr Engagement von Unternehmen

Schon seit längerem gibt es aus berufenem Munde die Forderung nach weniger Garantien in der betrieblichen Altersversorgung. Mit dem Sozialpartnermodell – auch bekannt als Nahles-Rente – wurde vor ein paar Jahren ein Paradigmenwechsel in der bAV angestoßen. Hier ist der Verzicht auf Garantien sogar rechtlich vorgegeben, um höhere Renditechancen am Kapitalmarkt zu eröffnen. Seither gibt es mit der „reinen Beitragszusage“ eine bAV-Gestaltung, mit der weder Unternehmen noch externe Versorgungsträger eine Garantie über die Höhe der Betriebsrente aussprechen dürfen. Zumindest theoretisch.

Profino-Kongress zum Thema bAV: Raus aus der Stagnation!

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist politisch gewollt und für die Kundschaft auch sinnvoll, doch die Nachfrage hält sich trotz Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) und Solidarpartnermodell in Grenzen. Woran liegt das? Sind die Produkte nicht attraktiv genug oder zu kompliziert? Wird nicht ausreichend für die bAV geworben? Welche Wege sind denkbar, neue Kundschaft zu gewinnen, ganz ohne Garantien? Diesen und weiteren Fragen rund um eines der perspektivenreichsten Felder für unabhängige Vermittelnde widmet sich der große Profino-Kongress zum Thema bAV. An mehreren Veranstaltungstagen im Mai kann man sich die rein virtuellen Inhalte auf der digitalen Messeplattform Profino individuell zusammenstellen. Ein großer Teil des Angebots ist IDD-relevant, Teilnehmer und Teilnehmerinnen können also im Rahmen des Kongresses wertvolle Weiterbildungszeit sammeln. Und für alle, die es nicht schaffen, alle Keynotes, Webinare und Workshops live mitzuerleben, gibt es die Inhalte später dauerhaft abrufbar in der Profino Mediathek (dann allerdings ohne anrechenbare Weiterbildungszeit).

Praktisch tun sich vor allem die Unternehmen schwer mit dem Abschluss. Doch auch auf Seiten der Belegschaft ist die Zurückhaltung groß. Das Beratungsunternehmen Deloitte untersucht regelmäßig die Einstellung sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zum Thema bAV. Mit 38 Prozent wird als häufigster Grund, nicht per bAV vorzusorgen, das fehlende Angebot von Seiten der Firmen genannt.

Dass sich dieser Wert seit Jahren nicht wesentlich verbessert, stimmt aus mehreren Gründen nachdenklich. Zum einen sind Unternehmen seit 2002 verpflichtet, ein Angebot zur bAV bereitzustellen. Die Crux dabei ist, dass interessierte Mitarbeitende aktiv danach fragen müssen. Eine Pflicht für die Firma, proaktiv auf ihre Belegschaft zuzugehen, gibt es nicht. Und das führt zum zweiten Grund, der dabei Beachtung verdient: Denn die Unternehmen sind noch immer die Top-Informationsquelle, wenn es um das Angebot zur Entgeltumwandlung geht. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse fordert das Beratungsunternehmen Deloitte mehr Engagement von den Unternehmen. Immer noch böten viele Firmen ihrer Belegschaft noch nicht einmal Möglichkeiten zur Entgeltumwandlung an.

Das BRSG ermöglicht Modelle mit variablen Garantien

Umso sinnvoller ist es, wenn Makler und Maklerinnen das Thema sowohl bei ihren privaten als auch den Unternehmenskunden aktiv adressieren. Bester Türöffner dabei ist der Arbeitgeberzuschuss, der  von 2022 an auch für den bAV-Bestand obligatorisch wird. Denn die Weitergabe der Sozialversicherungsersparnis des Arbeitgebers bei der Gehaltsumwandlung ist nicht nur für die Seite der Belegschaft ein echtes Abschlussargument.

BRSG: Echte Verkaufsargumente für Beschäftigte und Unternehmen

Seit 2019 müssen Unternehmen bei neuen Zusagen ihre gesparten Beiträge für die Sozialversicherung oder pauschal mindestens 15 Prozent grundsätzlich an Mitarbeitende weitergeben, die per Entgeltumwandlung fürs Alter sparen. Beispiel: Bei 100 Euro Sparbeitrag muss eine Firma 15 Euro hinzuzahlen. Ab 2022 muss dieser Zuschuss auch bei bestehenden Verträgen geleistet werden. So sparen Beschäftigte ganz ohne eigene Mehrkosten mehr fürs Alter – und für das Unternehmen reduziert eine einheitliche und pauschale Zuschusshöhe für die gesamte Belegschaft den Verwaltungsaufwand deutlich. Besonders interessant: Da der Pflichtzuschuss mit 15 Prozent unter der tatsächlichen Sozialversicherungsersparnis in Höhe von 19,975 Prozent liegt, spart das Unternehmen unterm Strich ebenfalls Geld. Noch besser: Es nutzt den Zuschuss aktiv als personalpolitisches Instrument. Denn ein Zuschuss, der über die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgeht, wird von Beschäftigten als Gratifikation wahrgenommen –, ohne großen Kosten-Mehraufwand für die Firma zu erzeugen. So kann ein AG-Zuschuss in Höhe von 25 Prozent fast kostenneutral umgesetzt und als Betriebsausgabe gewinnmindernd geltend gemacht werden. Mehr Infos zu den Möglichkeiten, das Betriebsrentenstärkungsgesetz und seine Änderungen vertrieblich zu nutzen, finden unabhängige Vertriebspartner und -partnerinnen der Gothaer im Internet.

Beschäftigte und Unternehmen profitieren vom Arbeitgeberzuschuss

Fazit: Das Betriebsrentenstärkungsgesetz ermöglicht Modelle mit variablen Garantien – und das nicht nur im Sozialpartnermodell. Bei Direktversicherungen wie der GarantieRente Performance können Versicherte sogar selbst entscheiden, in welchem Maße sie bei ihrer Entgeltumwandlung auf Garantien setzen möchten oder nicht. Zusätzlich profitieren sowohl die Beschäftigten als auch das Unternehmen vom verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss – und zwar von 2022 an auch im Bestand.

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