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Darum macht Rürup auch für die Generation 50+ noch Sinn

Corona ist teuer: Während die Staatsschulden historische Höchststände erreichen, wird auch das Geld in der Rentenkasse knapp. Die Krise zeigt: Kapitalgedeckte Altersvorsorge hat Vorteile gegenüber der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung.

Lesedauer: 10 Minuten
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ünktlich zur Vorweihnachtszeit hat der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen auch im Corona-Jahr 2020 wieder die sogenannte Nachhaltigkeitslücke des deutschen Staates ausgerechnet. Seit 2006 ermittelt der prominente Ökonom die Schieflage in den deutschen Staatsfinanzen – und das mit einer Besonderheit: Statt nur die offene Staatsverschuldung zu erfassen, kalkuliert Raffelhüschen auch die verdeckten Verbindlichkeiten ein.

Was nur wenige überraschen wird: Größter Negativfaktor sind dabei die Sozialversicherungsleistungen, die mit den aktuellen Steuern und Sozialbeiträgen nicht ausreichend finanziert sind. Umso verblüffender ist allerdings die Geschwindigkeit, mit der die Lücke nun wächst – nämlich auf rund 13,8 Billionen Euro oder in etwa dem Vierfachen des Bruttoinlandsprodukts. 2019 waren es noch unter zwölf Billionen.

Nach Corona wird sich die Situation weiter verschärfen

Vor allem das staatliche Rentensystem schlägt dabei mächtig ins Kontor, und die Situation wird sich auch nach der Pandemie weiter verschärfen, wenn der demografische Wandel voll zuschlägt und die Babyboomer mehrheitlich in den Ruhestand gehen. Denn dann rächt sich das Umlageverfahren gleich doppelt.Während deutlich weniger Erwerbstätige für die aktuellen Zahlungen der Altersbezüge verantwortlich sein werden, steigt gleichzeitig die Zahl der Rentner rapide an. Es wird also immer deutlicher, dass von Arbeitsmarkt und Demografie unabhängige Alternativen hermüssen – kapitalgedeckt statt umlagefinanziert.

Die Rürup-Rente ist besser als ihr Ruf

Eine häufig etwas stiefmütterlich behandelte Option ist definitiv die mit Steuervorteilen geförderte Rürup- oder Basisrente. Denn die Rürup-Rente ist besser als ihr Ruf und eignet sich nicht nur für Selbstständige. Die Differenz zwischen der steuerlichen Abzugsfähigkeit heute und der niedrigeren Besteuerung in der Auszahlphase macht sie auch für die Generation 50+ attraktiv.

Zur Person

Bert Rürup zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftswissenschaftlern in Deutschland. Vorsorgeprodukte und ein Rentenfaktor tragen seinen Namen. Kein anderer Wissenschaftler hat zuletzt so umfangreich Politik mitgestaltet. Von 2005 bis 2009 war der Essener zudem Vorsitzender der Wirtschaftsweisen.

Ein Beispiel: Die in einen Rürup-Vertrag eingezahlten Beiträge waren 2020 zu 90 Prozent steuerlich ansetzbar. Dieser Satz steigt bis 2025 sogar noch auf 100 Prozent. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung stellt deshalb folgende Rechnung auf: Wer im vergangenen Jahr 9.000 Euro eingezahlt habe, kam mit dem Spitzensteuersatz von 46,12 Prozent auf eine Steuerersparnis von 4.151 Euro. Zwar falle dafür die Besteuerung bei Bezug der Rente an. Doch wer 2025 in den Ruhestand geht, für den liegt der Besteuerungsanteil nur bei 85 Prozent. Hinzu komme meist der Vorteil, dass der persönliche Steuersatz im Ruhestand niedriger ist als in der Ansparphase.

Steuervorteile im Ruhestand machen Produkt attraktiv

Zusammengefasst: Die Differenz zwischen Abzugsfähigkeit und Besteuerung in der Auszahlphase macht die Rürup-Rente für die Generation der über 50-Jährigen äußerst attraktiv. Für Vermittler kann es sich lohnen, ihre Kunden der Generation 50+ darauf anzusprechen.

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